Annette Berger ganz privat – Teil 2 – Soljanka – Familienrezept

Es wird abends zeitig dunkel. Eine gute Gelegenheit noch mehr Zeit mit der Familie und mit Freunden zu verbringen. Was gibt es schöneres, wenn alle nach Hause kommen und sich darüber freuen, dass es etwas ganz leckeres zu Essen gibt. Wenn dann noch ein großer Topf Soljanka auf dem Ofen steht . . . Liebe geht bei uns durch den Magen.

Viele Familien haben ja so ihre Familienrezepte. Unser Familienrezept für Soljanka will ich gern mit Euch teilen.

Was ist eine Soljanka

Wikipedia sagt dazu: „Soljanka ist eine säuerlich-scharfe Suppe der osteuropäischen Küche. Bei der Soljanka werden Schtschi (Kraut, saure Sahne) und Rassolnik (Salzgurken, Gurkenbrühe) vereinigt.“
Was wir das sonst noch rein tun findet Ihr weiter unten im Rezept.

Familiengeschichten

Jetzt gibt’s zu jedem Rezept ja auch so einige Familiengeschichten, an die man sich gern und immer wieder erinnert.

Auch meine Mutter hat vor vielen Jahren Soljanka gekocht. Das gab es oft wenn Familienfeiern anstanden. Alles schnell in einen Topf, mal nachschauen, was es im Kühlschrank noch so gibt, das kommt dann in die Suppe rein. Saure Sahne und Brot dazu, das macht alle schnell satt.

Wenn ein Geburtstag anstand, habe ich am Vortag die Soljanka gekocht. Der Topf stand über Nacht im Keller oder auf dem Balkon kalt. Am nächsten Tag war die Suppe gut durchgezogen und musste nur noch mal richtig heiß gemacht werden. Also keine Arbeit mehr am Geburtstag und Zeit für die Gäste.

Das klappte solange, bis meine Söhne in die Pubertät kamen und „stets völlig ausgehungert“ waren. Einmal war der Topf dann tatsächlich am nächsten Tag fast leer. Naja, danach hat dann der Topf sehr oft bei mir im Schlafzimmer auf dem Fensterbrett übernachtet. Sehr zum Missfallen meiner Söhne 🙁 Sie mussten mit dem Naschen bis zum nächsten Tag warten. Aber dafür haben die Gäste ihre Portionen bekommen. 🙂

Besondere Gelegenheiten

Im Jahr 2000 sind wir ins Ländle gezogen und 2001 konnten wir dann auch eine sehr schöne Wohnung beziehen. Die Einzugsparty mit Kollegen, die in der Zwischenzeit Freunde waren, stand an. Ich hab erzählt: „Ich koche einen großen Topf Soljanka, der wird Euch sicher schmecken.“ „Oh ja super, wir freuen uns.“ war die Antwort. Dann gab es aber doch immer wieder mal die Frage: „Du, wie heißt das nochmal, was Du uns zu essen kochst?“ Ich habe an dem Tag zeitig Feierabend gemacht und frisches Weißbrot beim Bäcker besorgt. Zu Hause angekommen liefen im Fernsehen die Bilder des Einsturzes der Zwillingstürme in New York. Es war der 11. September 2001. Ja wir haben unsere Soljanka gegessen, aber es war ganz egal, wie es heißt und wie es schmeckt. Wir waren alle sehr in Sorge über das Geschehen in der Welt.

Später hat mich eine Kollegin um das Rezept gebeten. Sie hat es zu Hause gekocht und ihr Sohn hat es kommentiert mit: „Das ist wie Pizza, nur flüssig. Und den Boden ist man einfach so.“

Soljanka – das Rezept

Jetzt aber endlich das Rezept. Die Mengen sind ausgerichtet auf ca. 6-8 hungrige Personen. Für die Suppe solltet Ihr in jedem Fall einen Topf mit einem Fassungsvermögen von 6-7 Litern nehmen. Wer nicht ganz so viele hungrige Gäste hat, die Zutaten einfach anpassen. Alle Zutaten könnt Ihr im Kaufland kaufen. Für die Zubereitung solltet Ihr mindestens 1 Stunde einplanen.

Zutaten:

1 Kilo Hackfleisch

2 Stück Zwiebeln, große

1 Glas (530 g) Puszta Salat

1 Glas (650 g) Tomatenpaprika in Streifen

1 Dose (800 g) Junge Erbsen fein

1 Tube (200 g) Tomatenmark

1 Flasche (300 ml) Ketchup oder Grillsoße

2 Dosen (a 400 g) Pizza Tomaten gewürfelt

1 Dose (330 g) Junger Gemüsemais

1 Glas (670 g) Cornichons, in ca. 2 cm Scheiben schneiden

1,5 kg frischer roter und gelber Paprika, in Stücke ca. 2×2 cm schneiden

1 Eßlöffel Senfkörner

2 Eßlöffel süßer Paprika

2 Teelöffel Salz

1 Eßlöffel Zucker

2 Eßlöffel Oregano

2 Eßlöffel Ostmann Grill- und Pfannengewürzmischung

Nach Geschmack Pfeffer

Zum Anrichten: 1 Becher saure Sahne und frisches Weißbrot

Alternativ könnt Ihr auch verwenden: Fleischwurst, fertiger Schweinebraten in Würfeln, Silberzwiebeln, Champignon, Sauerkraut oder grüne Gurken oder was immer Ihr darin noch haben möchtet. Natürlich lasst Ihr an Zutaten auch weg, was Ihr nicht mögt.

Zubereitung:

Ihr startet mit dem Hackfleisch. Ich brate es immer in einer Pfanne in kleinen Bröckchen an und würze es schon mit der Grillgewürzmischung. Dann kommt es in den großen Topf. Alle Dosen und Gläser öffnen und mit dem jeweiligen Saft nacheinander in den Topf gießen. Die Gewürze dazu tun und langsam erhitzen und rühren. Es sollte nur noch ca. 10 Minuten kochen. Zum Schluss den frischen Paprika in Stücken dazugeben und ziehen lassen. Topfdeckel drauf, abkühlen lassen, kalt stellen und (bei hungrigen Söhnen) über Nacht bewachen 🙂

Am nächsten Tag kurz aufkochen, schön rühren, sonst brennt es an oder es sprudelt und macht rote Tupfen auf Fliesen und Wänden. Noch mal mit Gewürzen abschmecken. Auf die Teller tun, einen Teelöffel saure Sahne dazu und frisches Weißbrot dazu reichen.

Soljanka ist nur echt, wenn sie auch in Original Soljanka-Schälchen serviert wird. Meine sind in der Zwischenzeit mehr als 30 Jahre alt und ich hüte sie. Für alle, die nicht so komfortabel mit Soljanka-Schälchen ausgerüstet sind, ein Teller tut es natürlich auch.

Ihr seht, das ist ein Rezept, das sich nach Lust, Laune, Geschmack und Menge zusammenstellen und verändern lässt. Statt der Zutaten aus der Dose oder aus dem Glas könnt Ihr in jedem Fall auch frische Zutaten nehmen. Meine Variante ist die Version der berufstätigen Mutter.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Nachkochen und viele schöne gemeinsame Stunden mit der Familie und/oder Freunden. Vielleicht hinterlasst Ihr mal einen Kommentar wie es Euch geschmeckt hat.

Eure Annette Berger

Noch mehr Privates gibt es hier zu lesen:
Annette Berger ganz privat – Teil 1 – Tanzen lernen

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